Alle Jahre wieder?

Ich hasse die Vorweihnachtszeit! Jedes Jahr der gleiche Ablauf: Bereits im Oktober gibt es die ersten Lebkuchen im Supermarkt, spätestens im November schaltet die Werbung in allen Medien auf Weihnachten um, im Dezember folgt das Absingen der immer gleichen, dümmlich-süßen Weihnachtslieder. Ganze Wälder von Tannen und Kiefern werden abgeholzt und letztere durch das Aufhängen von kitschig bunten Kugeln, Lämpchen und Lametta zu Halleluja-Stauden umfunktioniert. Die obligatorische Weihnachtsdeko - meist bestehend aus Krippe, Pyramide, Engelchen, Kerzen, Räuchermännchen - wird aufgestellt.

Spätestens ab dem ersten Advent wird wieder das Märchen von dem einfachen aramäischen Zimmermann erzählt, dem seine Frau auf biologisch höchst fragwürdige Weise ein Knäblein schenkte, welches später zum Anführer einer religösen Sekte wurde und wegen Amtsanmaßung auf tragische Weise ums Leben kam. Die Kinder werden belogen, was die Existenz und den Wohnort eines gewissen Herrn mit rotem Mantel und weißem Bart angeht.

In den Kaufhäusern drängeln sich die Leute, die bis zuletzt nach d e m Geschenk suchen, dass ihre Lieben entweder glücklich machen oder enttäuschen wird. Im Internet geht die Schnäppchenjagd bei ebay und co. weiter, wobei viele erworbene Produkte nach dem 24. Dezember auf der selben Plattform weiterversteigert werden.

Schließlich die Weihnachtstage: Drei Tage auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet, ohne Fluchtmöglichkeit. Anschließend oder gleichzeitig startet die Rundreise zu Verwandten und Freunden. Statistisch gesehen ist Weihnachten der Zeitraum im Jahr, an dem sich die meisten Ehekrisen und Trennungen anbahnen und die Selbstmordrate im Vergleich zum Rest des Jahres exponentiell ansteigt. Kurzum - eine schlimme Zeit!

Meinen kleinen Sohn (anderthalb Jahre) kümmert das alles noch nichts. Vermutlich als vorbeugende Maßnahme zur Abwendung des drohenden Unheils entführte er Maria und Joseph kurzerhand mit dem Kommentar: Brrrumm, brrrumm! (siehe Bild).

Dieses Mal scheint Weihnachten vielleicht etwas anders zu verlaufen…
Maria und Joseph

29. November 2005, Kategorie Leben | RSS | Trackback

Kommentar schreiben

XHTML: Du kannst die Stichworte benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>